Konstanze Quirmbach, Psychologische Beratung, Life-Coaching, Newsletter pesönlichkeit wagen

Newsletter persönlichkeit wagen

Newsletter Persönlichkeit wagen - Nr. 48

Persönlichkeitswachstum, Newsletter

In diesem Newsletter:

Willkommen - schön, dass Sie dabei sind!

Wie wäre es, wenn Sie Ihre Gefühle einfach ausschalten könnten? Wäre das wünschenswert?

Manchmal schon, so höre ich alle (ja, ich bin überzeugt: alle!) spontan innerlich zustimmen. Gefühle jagen uns häufig ziemliche Angst ein. Wir fürchten ihre Heftigkeit und eventuell damit verbundenen Schmerz. Wir fürchten, das Leid nicht aushalten zu können, und fänden es daher schon ganz gut, in solchen Momenten einen Schalter umlegen zu können. Einfach ausknipsen! Leonardo da Vinci hat recht: Viel Gefühl heißt eben viel Leid.

Oder doch nicht? Denn andererseits hat Johann W. von Goethe auch recht: Nichts ist himmlischer, als ein glückliches Herz zu spüren und diesem Gefühl folgen zu können. Um keinen Preis der Welt möchten wir das missen, aufgeben oder loslassen. Wir wünschen uns sogar, es möge für immer andauern. Die Idee, es gäbe einen Schalter der uns erlaubte, dieses Gefühl auf Wunsch einzuschalten, ist verlockend.

Doch die Wahrheit ist: Wir sind in einem Dilemma. Das eine ist nicht ohne das andere zu haben. Wir müssen lernen, mit unseren Gefühlen zu leben und sie zu regulieren. Stellt sich die Frage: Wie viel sollte man davon haben? Bekannte Klischees über Frauen und Männer sprechen den einen zu viel, den anderen zu wenig Gefühle zu, und die junge Generation weltweit will 'cool' sein - was immer das auch heißen mag.

"Die eigenen Wünsche als Maßstab für das Verhalten anderen gegenüber zu verwenden – das ist die Methode der Humanität."
(Konfuzius)

Der Weg der Mitte

Der Schalter "Gefühle: on - off" weckt spontan die irreführende Vermutung, das Leben könnte ohne Gefühle einfacher sein. Beim näheren Hinsehen bemerken wir ganz schnell, dass wir dann nicht nur auf Leid, sondern selbstverständlich auch auf die himmlischen Gefühle verzichten müssten.

Wobei sind uns Gefühle denn eigentlich im Weg?
Beim Nachdenken über diese Frage wird mir klar, mein Denken beruht auf Gegensatzpaaren:

Gefühl verhindert oder blockiert den Verstand - Gefühl zeigen bedeutet: schwach werden und sich anderen ausliefern - gefühlsmäßig handeln steht im Gegensatz zu kontrolliert handeln.

"Interessant", denke ich, "dass ich spontan auf schwarz-weiß Konzepte zurückgreife!" Weiter denkend und fühlend bemerke ich, dass das eigentlich gar nicht zu mir passt. Ich liebe es, meine Gefühle zuzulassen. Ich verlasse mich sogar häufig ganz auf sie. Bevor ich meinen Verstand befrage, hat mein Gefühl schon längst eine Antwort gegeben.
Noch während ich das denke, wird mir weiter klar, dass auch der Verstand schon eine Menge zu der Bauchentscheidung beigetragen hat, denn was vernünftig und machbar ist, scheint ähnlich automatisiert meine Entscheidungen mitzuprägen.

Was bleibt mir dann noch an Wahlmöglichkeiten, wie ich bewusst mit meinen Gefühlen und Emotionen umgehe? Wie viel Verstand kann ich gezielt einsetzen und wie viel Gefühl erlaube ich mir dabei?

Ich komme auf das Bild mit dem Schalter zurück: Es müsste ein Dimmer sein, ein Regler, der mir die Möglichkeit gibt, zwischen Verstand und Gefühl zu regulieren! Ein- oder ausschalten geht nicht, doch zwischen den Extremen das rechte Maß finden, den Regler dorthin schieben, das geht. Aristoteles spricht vom Weg des richtigen Maßes. Buddha nennt es den Weg der Mitte. Wir können es als eine Empfehlung verstehen, vom Schwarz-Weiß-Denken loszulassen, die Extreme nicht als gut oder schlecht zu betrachten, sondern in jeder Situation die angemessene, uns mögliche Mitte zu finden.

"Der eigentliche Sinn von Spiritualität führt zur Selbstdisziplin:
Frage dich, was tue ich mit meinem Ärger, meiner Anhaftung,
meinem Stolz, meiner Eifersucht?
Das sind die Dinge, die wirdie wir im Alltag überprüfen sollten."
(Der Dalai Lama, letzte Woche in einem facebook post)

Selbstdisziplin

Den Weg der Mitte zu gehen, erfordert Selbstdisziplin. Andere Worte dafür sind Selbst-Management oder Selbstregulierung. Worte machen einen Unterschied.

Das Wort Disziplin hat für mich immer noch einen leicht unangenehmen Klang, der aufgrund einer belasteten Vergangenheit mittönt. Wer alt genug ist erinnert sich, wie die antiautoritäre Bewegung in den 60ern das Feld eroberte und Fesseln losriss. Wir wollten frei sein! Disziplin hieß doch vor allem, nach der Melodie anderer zu tanzen, oder, schlimmer noch, in ihrem Takt zu marschieren.

Inzwischen erlebt das Wort eine Renaissance in einem veränderten Zusammenhang. Selbst-Disziplin klingt schon deutlich angenehmer: Inhaltlich schwingt mit, dass wir jetzt selbst die Regeln aufstellen. Eigene Werte werden zu der Autorität, der wir uns freiwillig verpflichten. Und in diesem Falle verbindet sich Disziplin mit unserem bewusst gewählten Selbstkonzept, ja sogar mit Selbstachtung.

Die Regeln, nach denen wir uns richten, haben eine Grundlage. Sie beruhen auf einem Maßstab, den wir selbst finden und festlegen müssen. Eine Mischung von Wissen, Glauben und Lernen führt zu Überzeugungen, die die Basis unseres Handlungs- und Lebenskonzeptes sind. Das ist eine innere Richtschnur, an der wir uns entlanghangeln - auch und gerade in Bezug auf den Umgang mit Gefühlen. Auf dieser Grundlage werden wir unseren inneren Regler zwischen kein bzw. zu viel Gefühl bewusst betätigen, wenn es darauf ankommt.

"Weh dem, der sich davor fürchtet, ein Risiko einzugehen.
Vielleicht wird er nie ernüchtert oder enttäuscht
und auch nicht leiden wie jene, die träumen und diesen Träumen folgen"
(Paulo Coelho)

Sich berühren lassen

Gefühle zulassen heißt, sich berühren lassen: Von Schönheit oder vom Gegenteil. Von Schicksalen und damit verbundener Menschlichkeit. Von Geschichten, von Bildern, von Texten. Und von dem, was uns täglich begegnet und passiert. Es heißt auch, die Menschen hinter der äußerlichen Erscheinung zu sehen, Masken annehmend zu erkennen, Mitgefühl zuzulassen und uns zu verbinden.

Unsere moderne Welt ist häufig kalt und abgestumpft. Gerade deshalb sollten wir uns selbst erlauben, Mitgefühl zu spüren, uns darin selbst zu spüren und uns von dieser Mischung leiten zu lassen.

Unsere moderne Welt ist häufig kalt und abgestumpft. Gerade deshalb sollten wir uns selbst erlauben, Mitgefühl zu spüren, uns darin selbst zu spüren und uns von dieser Mischung leiten zu lassen.

Damit schaffen wir in einem kargen Ödland bunte, üppig blühende Oasen.


"Ich lasse es zu, gerührt und berührt zu sein."

Ich lasse es zu, gerührt und berührt zu sein.

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Überraschungen

Ab und zu möchte ich Sie mit etwas Neuem überraschen und ich hoffe dabei, dass es einigen von Ihnen Freude machen wird und dass Sie sich berühren und ansprechen lassen.

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In diesem Sinne, scheuen Sie sich nicht, Gefühle zu zeigen, sondern machen Sie die Welt damit einfach ein wenig menschlicher, bunter und wärmer.

Herzliche Grüße und bis zum nächsten Mal!

Ihre
Konstanze Quirmbach

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