Konstanze Quirmbach, Psychologische Beratung, Life-Coaching, Newsletter pesönlichkeit wagen

Newsletter persönlichkeit wagen

Newsletter Persönlichkeit wagen - Nr. 39

Persönlichkeitswachstum, Newsletter

"Beim Streben nach Wissen wird täglich etwas hinzugefügt.
Bei der Einübung ins Tao wird täglich etwas fallengelassen."
(aus dem Tao te King, Laotse, 600 v. Chr.)

In diesem Newsletter:

Willkommen - schön, dass Sie dabei sind!

Streben nach Wissen ist uns angeboren. Wir möchten lernen! Körper, Verstand und Seele lernen jeden Augenblick etwas hinzu und unser Organismus kümmert sich die meiste Zeit ganz ohne unser Zutun darum. Doch es gibt Dinge, die lernen wir ganz bewusst, weil wir gewisse Ziele in unserem Leben verfolgen.

"Das Tao" wird übersetzt mit Weg, Vernunft, Gott, Wort - und alles umschreibt "Das Unaussprechliche", das uns verstandesmäßig nicht zugänglich ist. Laotse, der "Alte", hat "das klassische Buch von Sinn und Leben" vor vermutlich mehr als 2500 Jahren geschrieben und nichts davon hat bis heute an Bedeutung verloren. Danach erfordert der Weg des Lebens loszulassen und fallenzulassen, was uns von uns entfremdet und was nicht mit der Natur im Allgemeinen und mit unserer eigenen Natur im Besonderen im Einklang ist. (Übersetzung nach Richard Wilhelm, Gründer des China-Instituts in Frankfurt)

Hinzufügen und Fallenlassen

Sind wir als Menschen also so paradox angelegt, einerseits viel wissen zu wollen, um etwas zu erreichen, Bedeutendes zu leisten und Anerkennung zu finden, aber andererseits genau das alles wieder loslassen zu müssen und uns auf nichts anderes als unsere Ursprünglichkeit zu beziehen, um inneren Frieden zu finden? Die Antwort ist Ja. Wir Menschen schaffen das Wunder, beide Extreme in uns zu vereinen. Alles Lebendige wächst, fügt etwas hinzu, lässt Altes los, um Neues zu gewinnen, nur um es wieder fallenzulassen und irgendwann endgültig loslassen zu müssen.

Beides gehört zu uns, beides ist unvermeidlich, weil es in der menschlichen Natur verankert ist.

In unserer modernen Gesellschaft des 21.Jahrhunderts ist beides notwendiger denn je: Wissen ist Macht, Wissen sichert Existenzen, Wissen verschafft Anerkennung und Flexibilität. Heute ist lernen, also etwas hinzufügen, fast wichtiger geworden als das Wissen selbst.
Doch hängt unser Wert nicht davon ab, wieviel wir wissen, was wir lernen oder was wir leisten. Das macht nicht den Sinn unseres Lebens aus. Um tieferen, persönlichen Sinn zu finden, lassen wir im Gegenteil das Gelernte los, erheben uns darüber, während wir uns auf das Einfache und Grundlegende in uns selbst besinnen und an unsere Quelle zurückkehren - wenn möglich täglich. Ich sehe eine der größten Herausforderungen darin, das rechte Maß zwischen Hinzufügen und Fallenlassen im Alltag zu finden.

"Wer aber in seiner Demut erkennt, wo das alles hinausläuft, wer da sieht, wie artig jeder Bürger, dem es wohl ist, sein Gärtchen zum Paradiese zuzustutzen, - ja, der ist still und bildet auch seine Welt aus sich selbst und ist auch glücklich, weil er ein Mensch ist. Und dann, so eingeschränkt er ist, hält er doch immer im Herzen das süße Gefühl der Freiheit..."
aus: Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther. Brief am 22.Mai 1771

Täglich etwas fallenlassen - in drei Schritten

Geht das überhaupt, zu vergessen, was man gelernt hat? Und wie könnte das gelingen? Angenommen, wir könnten das Wissen beiseiteschieben, ließen damit verbundene Gedanken, Gefühle und Emotionen, Anforderungen und Erwartungen los und schickten sie mit vorüberziehenden Wolken auf die Reise - irgendwohin. Angenommen, wir wollten uns von einengendem Wissen befreien, was wäre notwendig, um das tun zu können?

1. Wir brauchen Mut zu uns selbst.
Der erste Schritt ist: annehmen, was wir fühlen.
Akzeptanz schließt das Paradoxe und das Widersprüchliche mit ein. Es ist "normal", zu siegen und zu versagen, zu lieben und zu hassen, zu wissen und nicht-zu-wissen. Als komplexe Wesen tun wir manchmal, was wir nicht wollen, und wollen manchmal, was wir doch nicht tun. Automatisches Handeln wird durch Bewusstsein unterbrochen

2. Wir brauchen die Bereitschaft loszulassen.
Um den zweiten Schritt gehen zu können, brauchen wir die Bereitschaft loszulassen, was uns im Weg steht. Ich zähle Stolz, Ärger, Rechthabenwollen, Gekränktsein, Selbstbedauern, Macht, das Gefühl eigener Größe und viele andere Gesichter des Egos dazu. Nehmen wir ungeliebte Anteile an statt sie zu verleugnen, wird es möglich, sie in unsere Persönlichkeit mehr und mehr zu integrieren.

3. Wir brauchen Entscheidungsfreudigkeit.
Im dritten Schritt erfolgt die Wahl: Wir entscheiden uns dazu, den Gedanken, die Emotion, die Illusion zu verabschieden und schließlich - irgendwann - fallenzulassen. Durchatmen, akzeptieren, sich selbst annehmen, sich ergeben, loslassen. In diesem Moment geschieht die Befreiung. Last wird von den Schultern genommen.

Mein Leben ermöglicht mir die Erfahrung dieser drei Schritte nicht nur täglich, sondern auch häufig mehrmals täglich. Es ist jedes Mal eine persönliche Herausforderung. Gelingt es mir jedoch, tatsächlich den dritten Schritt zu gehen, fühle ich mich einen kurzen Moment lang friedlich und frei, erfüllt von etwas, das sich wie Leere anfühlt und gleichzeitig wie eine neue, erfrischende Fülle.

Heilung beginnt mit der Beruhigung des Geistes. Dr. Frank Kinslow schlägt vor, sich zur Beruhigung des Gedankenkarussells für einen Moment zurückzuziehen und sich die Frage zu stellen: "Woher kommt mein nächster Gedanke?" (Quantenheilung erleben, Dr Frank Kinslow, VAK Verlag 2010)

Tanzan und Ekido auf der schmutzigen Straße

Die Mönche Tanzan und Ekido wanderten einmal eine schmutzige, schlammige Straße entlang. Kurz zuvor war heftiger Regen gefallen.

Als sie an eine Wegbiegung kamen, trafen sie eine schöne junge Frau in einem Seidenkimono, die die Straße überqueren wollte. "Kommen Sie", sagte Tanzan sogleich. Er nahm sie auf die Arme und trug sie über den Morast der Straße. Sie dankte ihm und schritt weiter ihres Wegs.

Ekido sprach kein Wort, bis die beiden Mönche des Nachts einen Tempel erreichten, in dem sie Rast machten. Da konnte er nicht länger an sich halten.

"Wir Mönche sollen nicht in die Nähe von Frauen kommen", sagte er zu Tanzan, "und vor allem nicht in die Nähe von jungen und hübschen. Es ist gefährlich. Warum hast du das getan?"

Tanzan lächelte. "Ich ließ die junge Frau an der Wegbiegung zurück", antwortete er Ekido, "trägst du sie immer noch?"

nach einer zen-buddhistischen Parabel

 

Loslassen - im Einklang mit dem Tao sein

Wenn Laotse recht hat, sind wir in Momenten des Loslassens im Einklang mit dem Tao.
Das Tao ist durch natürliche Einfachheit gekennzeichnet,
von egozentrischen Antrieben befreit.
Kein angehäuftes Wissen und keine Anstrengung ist dazu notwendig:
Sind wir bei uns selbst angekommen, in unserer eigenen Mitte,
begegnet uns etwas Neues. Wir erleben den natürlich Zustand des Tao.

"Ich lasse Altes los und gewinne Neues."

Durchatmen - bereit sein - zulassen - loslassen

Altes loslassen

Affirmationskarten, Buch und Poster der Reihe "Ich bin da": www.impulsverlag.com.
Sind Sie interessiert, mehr über Affirmationen zu erfahren und wie Sie sich damit selbst unterstützen? www.affirmationen.info.

Die Leere zwischen den Gedanken

Altes loslassen, Neues Gewinnen. Gedanken loszulassen beruhigt den Geist und man gewinnt innere Freiheit. Das gelingt meiner Erfahrung nach am besten, wenn wir mit einem tiefen Atemzug beginnen und alle Gedanken zunächst mit anderen Gedanken anhalten: Stopp - Was bedeuten diese Gedanken für mich? Woher kommen sie? Wie lange muss ich sie festhalten? Kann ich sie ziehen lassen? Was könnte dann passieren? Bin ich bereit, ohne diese Gedanken auszukommen? Kann ich mir erlauben, frei von diesen Gedanken zu sein?

Haben Sie Mut, Ihre Wahlmöglichkeiten zu nutzen, sich Fragen zu überlegen, die Ihnen Abstand zu Ihrem Gefühl verschaffen und Ihnen doch gleichzeitig größeren Freiraum zu eigener Entscheidung geben. Und haben Sie keine Angst vor der Leere, die zwischen den Gedanken entsteht. Sie ist der Ursprung aller Kreativität und füllt sich schneller mit Ideen und neuen Gedanken, als es Ihnen vielleicht lieb sein kann.

In diesem Sinne, machen Sie es gut - passen Sie gut auf Ihre Gedanken auf und schicken Sie sie ab und zu mal weg, damit sie mit neuen Ideen zurückkommen können. Das tut allen Beteiligten gut.  Zwinkern

Herzliche Grüße, bis zum nächsten Mal!

Ihre
Konstanze Quirmbach

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